Im Freien spielen

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Spielgeräte für den Außenbereich: Materialien, Normen und konkrete Auswahlkriterien Ein Spielgerät für den Außenbereich ist kein Spielzeug für den Innenbereich, das den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Der Unterschied beginnt bereits bei der Konstruktion: hochdichtes Polyethylen (HDPE mit einer Dichte von über 900 kg/m³) gegenüber Standard-Polypropylen, feuerverzinkte Stahlrohre mit 275 g/m² gegenüber einfach lackiertem Eisen, Holz der Schutzklasse 3 oder 4 gegenüber unbehandeltem Holz. Diese Unterschiede entscheiden darüber, ob die Klettergerüste zwei oder zehn Winter überstehen, ob sich der Sandkasten bei 40 °C im Juli nicht verformt und ob die Oberflächenfarben nicht schon beim ersten Frost abblättern. Der Markt für Spielgeräte im Außenbereich gliedert sich in drei Nutzungsgruppen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen: Motorik- und Frühförderungsspiele (Wasserkästen, Sinnes-Tische, Rutschfahrzeuge), feste Gartenkonstruktionen (Klettergerüste, Rutschen, Schaukeln, Spielhäuschen) und Spiele im freien Außenbereich (Bälle, Reifen, Schläger, kooperative Rasenspiele). Feste Gartenspielgeräte: Was in den Produktbeschreibungen nicht immer steht Bei einem Schaukelgerüst hängt die Stabilität von drei Faktoren ab, die selten hervorgehoben werden: dem Querschnitt der Tragrohre (ein Rundstahlrohr mit 38 mm Durchmesser widersteht seitlichen Schwankungen deutlich besser als ein Rohr mit 25 mm Durchmesser), der Qualität der Bodenbefestigungen (Betonankerschrauben im Vergleich zu auf der Oberfläche aufgestellten Plattformfüßen) und der zulässigen dynamischen Belastung, die sich von der statischen Belastung unterscheidet. Ein Schaukelgerüst, das für eine maximale Belastung von 100 kg ausgelegt ist, hält 100 kg im Ruhezustand stand, nicht jedoch 100 kg bei wiederholten Schwingungen. Schaukelgerüste, die der Norm EN 1176 entsprechen, berücksichtigen diese Berechnung; Spielgeräte, die nur nach der Norm EN 71 (allgemeine Spielzeugnorm) verkauft werden, müssen dies nicht. Diese Unterscheidung hat direkten Einfluss auf die Sicherheit bei intensiver Nutzung. Hochwertige HDPE-Rutschen verwenden Polyethylen mit einem in die Masse eingearbeiteten UV-Schutzadditiv, das nicht nur auf die Oberfläche aufgetragen wird. Eine Rutsche mit UV-Schutz, der ausschließlich als Beschichtung aufgebracht ist, verblasst und wird je nach Sonneneinstrahlung nach zwei bis drei Saisons spröde. Der Vermerk „UV-stabilisiertes HDPE in der Masse“ erscheint in den technischen Datenblättern seriöser Hersteller und sollte vor dem Kauf überprüft werden. Was die Abmessungen betrifft, eignet sich eine gerade Rutsche mit einer Start Höhe von 120 cm für Kinder von 2 bis 5 Jahren, 150 cm für 3- bis 7-Jährige. Ab 150 cm schreibt die Norm EN 1176-3 spezifische Anforderungen an Geländer und Landefläche vor. Sandkästen und Wasserspielgeräte: Hygiene und Langlebigkeit Ein Sandkasten ohne Abdeckung sammelt nach sechsmonatiger Nutzung in einem nicht umzäunten Garten im Durchschnitt dreimal so viele Verunreinigungen (Tierkot, Insekten, verrottende Pflanzenreste) an wie ein Sandkasten mit wasserdichter Abdeckung. Die Abdeckung ist für den regelmäßigen Gebrauch unverzichtbar. Sandkästen aus rotationsgeformtem HDPE bieten eine höhere Stoß- und Frostbeständigkeit als Sandkästen aus spritzgegossenem Polypropylen: Bei -15 °C wird Standard-Polypropylen spröde, während rotationsgeformtes HDPE flexibel bleibt. Praktische Abmessungen: 100 x 100 cm für ein bis zwei Kinder mit einer Nutzhöhe von 25 bis 30 cm, 120 x 120 cm oder 150 x 80 cm für zwei bis vier Kinder. Bei Wassertischen und Sinnes-Tischen für Kinder im Alter von 18 Monaten bis 4 Jahren sollte besonders auf die Abflusssysteme geachtet werden. Ein Tisch ohne Abflussstopfen muss zum Entleeren umgedreht werden, was für Kleinkinder eine echte Sturzgefahr darstellt. Tische, die der Norm EN 71-1 entsprechen, müssen den Stabilitätstest bestehen: Ein Wassertisch, der sich bei seitlicher Belastung durch ein 18 kg schweres Kind um 15° neigt, entspricht nicht der Norm und sollte nicht ohne ständige Aufsicht verwendet werden. Auswahl je nach Alter des Kindes und verfügbarem Platz 12 bis 24 Monate: Spielzeug zum Schieben und Ziehen aus HDPE ohne Kleinteile (EN 71-1, Mindestdurchmesser 31,7 mm, um Verschlucken zu vermeiden), Lauflernhilfen ohne Pedale mit höhenverstellbarem Sitz, mit Wasser oder feuchtem Sand gefüllte Sensorikwannen, Griffbreite angepasst an die sich entwickelnde Feinmotorik 2 bis 5 Jahre: Dreiräder mit Direktantrieb (Übersetzungsverhältnis 1:1 ohne Kettenschaltung), Rutschen mit einer Höhe von 80 bis 120 cm, leichte Klettergerüste mit Schaukel und Sicherheitsgurt, Sandkästen 100 x 100 cm mit festem Deckel, modulare Klettergerüste mit Leiter aus Holz der Schutzklasse 3 5 bis 10 Jahre: Spielgerüste aus verzinktem Stahl mit integrierter Rutsche und Kletternetz, Tischtennisplatten für den Außenbereich aus Aluminium oder wasserabweisend behandeltem MDF, Fahrräder mit 14 bis 20 Zoll Radgröße je nach Körperbau, kooperative Gartenspiele (Molkky, Boule, Riesenkegel) Garten unter 30 m²: an einem bestehenden Zaun befestigte Wandrutsche, individuelle Wurfspiele (Reifen, Slalomstangen), zusammenklappbare oder zerlegbare Spielgeräte, die sich außerhalb der Saison in weniger als 10 Minuten verstauen lassen Pflege und Lebensdauer von Spielgeräten für den Außenbereich Holz der Schutzklasse 3 eignet sich für Konstruktionen, die in gemäßigten Klimazonen nicht in direktem und dauerhaftem Kontakt mit dem Boden stehen. Für alle Elemente, die im Boden verankert sind oder regelmäßig mit feuchtem Boden in Kontakt kommen, ist eine Autoklavbehandlung der Schutzklasse 4 erforderlich. Ein Spielhaus aus Fichtenholz der Schutzklasse 3 ohne jährliche Pflege weist bereits in der dritten Saison Risse und eine Schwärzung der Oberfläche auf. Die Pflege am Ende der Saison umfasst drei Schritte: Hochdruckreinigung mit maximal 60–80 bar, um die Holzfasern nicht zu zerreißen, Abspülen mit klarem Wasser und vollständiges Trocknen vor der Überwinterung unter einer nicht luftdichten Plane. Diese Routine verlängert die Lebensdauer der Holzkonstruktionen je nach Holzart und ursprünglicher Behandlung um fünf bis zehn Jahre. Die in den Verbindungen verwendeten Schrauben sollten beim Kauf überprüft werden. Edelstahl A2 hält im normalen Außenbereich zehn bis fünfzehn Jahre lang korrosionsfrei. Verzinkte Schrauben weisen in feuchtem oder maritimem Klima bereits nach drei bis vier Jahren Roststellen auf, was die strukturelle Festigkeit der Verbindungen beeinträchtigt, lange bevor das Erscheinungsbild darunter leidet. Ein Spielgerüst, dessen Verbindungsbolzen nach vier Jahreszeiten tiefgreifend verrostet sind, ist kein ästhetisches Problem, sondern ein Sicherheitsrisiko, das den Austausch oder die systematische jährliche Überprüfung der Befestigungspunkte erforderlich macht.
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